Wir spielen No-Limit Texas Hold-Em. Was heißt das?
Es heißt NICHT, dass wir IMMER nur 3/4 Pot setzen dürfen. Es heißt wir können setzen was wir wollen. Und warum sollten wir unsere Betsize variieren? Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen! Zuerst mal ein konkretes Beispiel:
Es ist z.B. sinnvoll auf sehr trockenen Flops durchwegs eine etwas kleinere Continuationbet zu wählen als auf sehr drawlastigen Boards. Der Grund dafür ist ganz einfach der:
Auf einem sehr trockenem Board z.B. A73 r (r für rainbow, also 3 verschiedene Farben) hat der Gegner in den meisten Fällen entweder NICHTs oder das Ass wenn er die CBet callt. Draws sind nicht zu fürchten. Folglich macht die Größe unserer CBet auch keinen Unterschied für den Gegner. Entweder er hat es, oder er hat es nicht. Da wir oft CBetten wenn wir nichts haben sparen wir uns langfristig Geld mit einem kleinerem CBet (z.b. 60% statt 75% des Pots).
Gegenteilig dazu stehen natürlich die sog. "Wet Boards". (z.B. 6 T Q tt (tt für twotone, 2farbig). Hier hat unser Gegner oft eine T oder einen Draw womit er kleinere CBets womöglich öfter callt als große CBets.
Desweiteren gibt es Situationen, in welchen es von Vorteil ist 2 oder 3 Barrels feuern zu können. Die Riverbetsize bei einem Bluff sollte außerdem immer im Bereich von ca 4/5 liegen, also relativ groß sein. Die Betsize, insbesondere am Turn, sollte natürlich entsprechend gewählt werden.
Beispielhand:
MP (EUR 32.92)
CO (EUR 50.00)
BU (Dealer) (EUR 10.18)
Hero (SB) (EUR 50.00) posts 0.25
BB (EUR 50.00) posts 0.50
UTG (EUR 19.50)
wAArrr69 was dealt: As - Qd
1Fold,
MP calls 0.50,
2Folds,
Hero raises to 2.50
1Fold,
MP calls 2.00
(ein Pocketpair ist hier schon sehr wahrscheinlich größter Bestandteil seiner Range)
Flop 7c 2s 9h (Pot: ~5.50€)
Hero bets 3.25
MP calls 3.25
Turn 7c 2s 9h - Td (Pot: ~12€)
(hier hatte MP noch ca 27€ behind, ich setze ihn mit großer Wahrscheinlichkeit auf ein mittleres Pocketpair, 88 oder 66, viell. auch 55, alternativ könnten er auch kleine-mittlere suited connectors haben, ist aber unwahrscheinlicher. Er scheint sich mit seiner Hand hier noch gut zu fühlen, stark genug für einen Raise ist sie aber offenbar nicht. Die T ist keine großartige 2nd Barrel card aber sie ist ok. Ich nehme also an, dass MP hier gerne den Showdown sehen will und noch eine Bet callt. Der River bringt zu ca 1/3 noch eine gute bis sehr gute Barrel-card. Mein Plan ist es, wenn der River nicht gerade eine 6, 7, 8 oder 9 bringt, den Gegner mit einer dritten Barrell von seiner Hand zu bluffen. Damit meine Riverbarrel optimale Größe hat, betrachte ich den Pot und unsere effektiven Stacks. Durch eine Bet von 6.00€ kann ich die Foldequity meiner Riverbet meiner Meinung nach maximieren.
Hero bets 6.00€
MP calls 6.00€
River 7c 2s 9h - Td - Kd (Pot: ~24.00€)
(MP hat noch 21€ behind, meine Riverbet entspricht also fast Potsize und setzt MP ALL-IN. Der K ist die perfekte Karte für die Riverbarrel)
Hero bets 24.00
MP folds
//End of Hand
So das war jetzt noch sehr generell um zum Thema hinzuführen, hier aber noch ein paar Anregungen zum Gedanken machen bzgl. Betsize:
zuletzt editiert am 14.09.2010 // wAArrr69
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Kommentare: 2
Leraner / Racegrinder (Mittwoch, 15 September 2010)
Sicherlich liegt die Optimale Bluffing Size oft bei 70-80% vom Pot.
Ich möchte aber anregen, das ein Bluff in Höhe von 80% auch zu ca. 44% erfolgreich sein muss, damit er profitabel ist. ( 80€ betten um 100€ zu gewinnen )
Ein Bluff in Höhe von 1/2 Pot kann einerseits nach einer Value Bet aussehen, und muss andererseits auch nur zu 34% erfolgeich sein, damit er profitabel ist. ( 50€ betten um 100€ zu gewinnen ) .
Wocolaca (Dienstag, 01 Februar 2011 19:54)
Mp hält 77! xD